- Aller Anfang ist schwer -

Durch den Lehrer Konrad Degener hatten die Flöter bereits eine fähige Kraft für die Ausbildung. Für die Schulung der Tamboure (Trommler) gesellte sich bald Tonius Wellmann aus Appelhülsen hinzu. So mancher Schweißtropfen musste fallen und nach zahlreichen Übungsstunden war es dann endlich soweit. Am 01. Mai 1932 sah die Gemeinde Buldern den ersten öffentlichen Auftritt des neugegründeten Spielmannszuges. Die Namen dieser ersten Formation sollen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben:

Hubert Brunnen, Robert Essmann, Willi Freitag, Max Hegemann, Julius Niehoff, Karl Niehues, Heinrich Reitlinger, Josef Stegemann, Josef Wiesmann, Ewald Wübbelt.

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Kriegerfest 1935: Tambourmajor: Josef Wiesmann

Linke Reihe von vorne gesehen: Ewald Wübbelt, Robert Wübbelt, Hermann Reissmann, August Humberg, Franz Bonheger, Heinz Volle

Rechte Reihe von vorne gesehen: Heinz Wortmann, Willi Wieschhörster, Karl Messing,      Robert Essmann(Karthaus), Hubert Riddermann, Robert Essmann

Hintere Reihe von links: Hubert Brunnen, Josef Reissmann, Josef Stegemann, Fritz Rath, Lehrer Degener

 

Der erste Auftritt fand natürlich bei der Bevölkerung, besonders bei den Jungen und Mädchen, großen Anklang. Die Folge waren weitere Bewerbungen um Aufnahme in den Spielmannszug. Das war jedoch alles erst der Anfang. In den folgenden Jahren erforderte das Schaffen einer soliden musikalischen Grundlage viel Arbeit, Fleiß und Geduld. Denn es war notwendig, ein breit gefächertes Repertoire an Märschen und sonstigen Musikstücken für die Zuhörer einzu- studieren. Während Hubert Roters - seines Zeichens ehemaliger Flötist eines in früheren Jahren einmal bestandenen Spielmannszuges - die weitere Ausbildung der Flötisten übernahm, bewies Josef Wiesmann seine Eignung zum Tambourmajor. Sicherlich wird jeder, der den Spielmannszug unter der Stabführung von Josef Wiesmann erlebt hat, bestätigen können, dass man eine gute Wahl getroffen hatte. Für die Übungsstunden standen damals "Huesmanns Dannenbüschken" an der Straße nach Limbergen und der Ausspannplatz an der heutigen L551 ( Baumschule Lodder )zur Verfügung. Dieser Platz hatte in der damaligen Zeit insbesondere die Funktion, dem "fahrenden Volk" Gelegenheit zum Ausspannen der Pferde sowie Abstellen der Fuhrwerke und Gespannfahrzeuge zu geben.

Den ersten richtigen Schliff bekamen die 12- bis 13-jährigen Bulderner Spielleute dann beim Gauspielmannszug des Arbeitsdienstlagers Karthaus. 1936 gab es dann in der Ausbildungsführung einen Wechsel, als Bernhard Klaas aus Dülmen, der vorübergehend in Buldern wohnte, die Leitung der Übungsstunden übernahm.

Mittlerweile war auch bei dem jungen Spielmannszug ein Problem aufgetreten, was auch in den späteren Jahren bis zum heutigen Tage hin immer ein schwieriges Thema für einen Spielmannszug gewesen ist. Nämlich das Anschaffen der relativ teuren Instrumente, die ja Hauptnotwendigkeit für Musikgruppen sind.

Damals wurde dieses Problem auf nicht alltägliche Art und Weise gelöst. In der Vorkriegszeit verlieh die Spar- und Darlehnskasse Spardosen gegen eine Einlage von 1 Reichsmark. Dieser Betrag wurde dem Sparer erstattet, wenn die Spardosen endgültig wieder zurückgegeben wurden. Da nun der Spielmannszug wegen der Anschaffung von Instrumenten auf eine finanzielle Besserstellung hoffte, rief Lehrer Degener die Bulderner Bevölkerung auf, zugunsten des Spielmannszuges auf die Rückzahlung der einen Reichsmark zu verzichten. Die Spar- und Darlehnskasse stellte daraufhin den Gesamtbetrag vorzeitig zur Anschaffung der Flöten und Trommeln zur Verfügung.

Auch in den folgenden Jahren, als die Spielleute anlässlich von Schützenfesten, Kriegerfesten, Umzügen und sonstigen Veranstaltungen aufspielten, demonstrierte die Spendenbereitschaft der Bevölkerung immer wieder die Sympathien, die den Bulderner Spielleuten entgegengebracht wurden.

Noch heute sind sicherlich zahlreichen Buldernern zwei mehrtägige Ausflüge in Erinnerung, die damals dank der finanziellen Unterstützung durch Baron Gisbert Freiherr von Romberg realisiert werden konnten. Während man beim ersten Mal den Möhnesee als Ausflugsziel auserkoren hatte, fuhren die Spielleute im folgenden Jahr zur Porta West- falica. Schmunzelnd erzählen die älteren Spielleute heute noch von einer Fahrradtour zum Halterner Stausee. Neben den 12- bis 13jährigen Mitgliedern des Spielmannszuges gab es nämlich auch einige noch jüngere Kameraden, die natürlich noch nicht das Fahrrad beherrschten, so dass sie von Lehrer Degener in der Kutsche mitgenommen werden mussten, wobei die eine oder andere ironische Bemerkung zwangsläufig fallen musste und dann auch fiel.

 

- Die Kriegswirren -

 

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Der Spielmannszug der "Freiwilligen Feuerwehr Buldern" , in den Kriegsjahren 1942 - 1943

Der erste Einschnitt in das rege Vereinsleben folgte dann aufgrund der politischen Ereignisse Anfang der 40er Jahre. Der 2. Weltkrieg erforderte den Wehrmachtseinsatz der älteren Spielleute, so dass die Lücken durch die musik- begeisterte Jugend so gut es ging geschlossen wurden.

Somit war eine neue Aufbauarbeit notwendig. Darüber hinaus wurde vorübergehend ein Fanfarenkorps dem Spiel- mannszug angegliedert. Die erforderlichen Instrumente stiftete ein langjähriger Gönner, der schon, wie erwähnt, bei Ausflügen für die notwendige finanzielle Unterstützung gesorgt hatte, nämlich Baron Gisbert Freiherr von Romberg. Es schien also alles gut zu laufen, doch die Kriegsjahre konnten einfach nicht spurlos an den Spielleuten vorübergehen, so dass man erheblichen Belastungen ausgesetzt war. Hier gebührt besonders dem Spielmann Erich Rennert Dank, denn ihm gelang es, wenn auch unter Schwierigkeiten, die jungen Kräfte und damit den Spielmannszug zusammenzuhalten.

Doch wie gesagt, hielt der Krieg auch beim Bulderner Spielmannszug Einkehr und sorgte für eine Zwangspause. Man hatte einfach andere Sorgen in dieser unseligen Zeit, so dass die Belange des Spielmannszuges zunächst in die Nachrangigkeit verdrängt wurden. Außerdem waren auch die Instrumente durch die Kriegseinwirkungen verloren ge- gangen. Doch es kam, wie es kommen musste. Der musikalische Trieb einiger ehemaliger Spielleute war zu groß gewesen, um untätig auf den Beginn einer neuen Truppe zu warten.

So ergriffen Tambourmajor Josef Wiesmann und drei weitere Spielleute auf Wübbelt's Wiese die Initiative, um die Arbeit der Vorkriegszeit fortzusetzen. Ein neuer Anfang war gemacht und die Übungsstunden wurden wieder aufgenommen. Natürlich mussten auch wieder neue Instrumente angeschafft werden. Diese für den Spielbetrieb erstrangige Not- wendigkeit konnte durch Mittel Rechnung getragen werden, die dank der besonderen Bemühungen von Josef Wiesmann durch die Bevölkerung von Buldern und Hiddingsel aufgebracht wurden.

Die ersten öffentlichen Auftritte der Nachkriegszeit hatten dann immer freudige Ereignisse zum Anlass. Wenn ein Kriegsgefangener heimkehrte, wurde ihm zu Ehren grundsätzlich ein Ständchen gegeben, wobei der Spielmannszug immer von einer großen Kinderschar begleitet wurde.

Im Jahre 1949 fand dann das erste Schützenfest nach dem 2. Weltkrieg statt und diese, natürlich unter der Mitwirkung des Spielmannszuges durchgeführte Veranstaltung dürfte noch heute in aller Erinnerung sein. Auch bei Schützen- festen in den Nachbargemeinden Hiddingsel, Rödder, Daldrup und Bösensell gestalteten die Bulderner Spielleute den äußeren musikalischen Rahmen.

 

- Die 50er Jahre -

 

Auch dem Ruf der Stadt Münster konnte man nicht widerstehen, so dass der Bulderner Spielmannszug einige Male beim Rosenmontagszug mit seinem Spiel viele Zuschauer erfreute. Hier wurde dem Spielmannszug auch der Name "Weiße Möwe Buldern" gegeben, was als Resultat der weißen Mützen der Spielleute anzusehen ist. Dieser zu Beginn der 50er Jahre doch sehr ehrenvolle Teilnahme an den Münsterschen Rosenmontagsumzügen folgte dann in späteren Jahren eine weitere Anerkennung, als der Bulderner Spielmannszug sogar den Festumzug der Konditoren- und Bäckergilde beim traditionellen "Guten Montag" in Münster anführte.

 

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Man sah Anfang der 50er Jahre schnell ein, dass man die Ausbildung intensivieren musste. Die Spielleute erfuhren einfach keine musikalische Befriedigung durch Schützenfeste und ähnliche Veranstaltungen mehr. Man wollte das musikalische Können, das man sich im Laufe der Zeit angeeignet hatte, auch im Wettstreit mit anderen Musikzügen unter Beweis zu stellen. Für die Repertoireerweiterung bedurfte es einer fachkundigen Ausbildungsleitung. Diesbezüglich wurde Wilhelm von Sondern im Jahre 1951 verpflichtet, der in den folgenden Jahren mit den Spielleuten neue, anspruchsvollere Märsche und Musikstücke einstudierte und insgesamt 15 Jahre lang wirkungsvoll das Bild des Spielmannszuges mitprägte, bis er im Jahre 1967 aus gesundheitlichen Gründen seine Arbeit niederlegen musste. Doch dieses Wirken hatte seine Früchte bereits getragen, denn die Erfolge auf den Wettstreiten blieben erwartungs- gemäß nicht aus. Die zahlreichen Siegerurkunden und Pokale, die im Vereinslokal "Van Lendt" zu sehen sind, legen Zeugnis davon ab.

Kurz bevor 1951 Wilhelm von Sondern seine Arbeit aufgenommen hatte, war im Jahre 1951 ein erster Jugendspiel- mannszug gegründet worden. Die Ausbildung übernahmen Josef Wiesmann und Wilhelm von Sondern.

1954 konnten neue Uniformen angeschafft werden. Die kurzen blauen Jacken und weißen Mützen, die der Spiel- mannszug wiederum aufgrund der finanziellen Unterstützung aus der Bevölkerung erstehen konnte, müssen wohl besonders den Geschmack des weiblichen Geschlechts getroffen haben. Häufiger registrierten die Spielleute nach heißen Tanznächten den Verlust ihrer Uniformjacken oder Mützen, die allesamt begehrte Souvenirs der Damenwelt darstellten.

Am 01. Mai 1954 wurde das neuerbaute Feuerwehrgerätehaus seiner Bestimmung übergeben. Anlässlich der Einweihungsfeier im Saal des Hotels van Lendt wurde der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr vorübergehend angegliedert. Der besondere Dank für unermüdliche Einsätze zugunsten der Spielleute gebührt dem damaligen Wehrführer Fritz Rademacher, bei dem der Spielmannszug stets ein offenes Ohr fand. Fritz Rademacher setzte sich uneigennützig und tatkräftig für die Spielleute ein und sorgte für die Prägung und Festigung der kameradschaftlichen Bande.

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Der Spielmannszug beim Schützenfest in Buldern im Jahre 1956

Das Jahr 1957 stand ganz im Zeichen des 25 jährigen Bestehens des Spielmannszuges. Zu diesem Anlass wurde ein grossangelegter Wettstreit organisiert, der allen Beteiligten noch heute in Erinnerung ist. Das Wettstreitkomitee bestehend aus Fritz Rademacher, Heinrich Hegemann und Hubert Schlagheck sowie einigen Mitgliedern des Spielmannszuges, hatte alle Hände voll zu tun und leistete ganze Arbeit.

Der Auftakt zu dieser Jubiläumsveranstaltung fand am Samstagabend des 10. August 1957 statt, als die Spielleute und Feuerwehrmänner in geschlossener Formation zum Kriegerehrenmal marschierten, wo den gefallenen Kameraden beider Weltkriege gedachte wurde. Ihre Fortsetzung fanden die Feierlichkeiten beim anschliessenden Kommers im Festzelt. Am Sonntag trafen sich dann 17 Spielmannszüge zu einem einzigartigen Wettstreit in der "Heimat des Tollen Bomberg" . Namhafte Vereine aus Dülmen, Gelsenkirchen, Dorsten, Essen, Recklinghausen und anderen Orten hatten ihre Teilnahme angesagt und trugen zur Verschönerung der Jubiläumsfeier bei. Mehrere tausend Zuschauer, die die Anlagen des Romberger Parks füllten, waren beim musischen Ringen der Spielmannszüge anwesend, und erst in den späten Nachmittagsstunden fielen die Entscheidungen.

 

- Die 60er Jahre -

 

Die nächsten Jahre waren vom weiteren Aufbau geprägt. Eine Lyra und eine grosse Trommel wurden zur Vervoll- ständigung und Abrundung des Klangkörpers angeschafft. Den optischen Eindruck und das äussere Erscheinungsbild des Spielmannszuges vervollständigte ein Standarte, die während des Schützenfestes im Jahre 1961 von Wehrführer Fritz Rademacher überreicht wurde.

 

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Schützenfest Buldern 1960

Von rechts: Heinz Stegemann, Albert Humberg, Heinz Volle

Aus Anlass des 30 jährigen Bestehens hatte der Vorsitzende des Spielmannszuges, Robert Essmann, zu einer kleinen Feierstunde eingeladen. Anwesend waren natürlich der Vereinsgründer , Lehrer i. R. Konrad Degener, der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr, die Vertreter der Gemeinde und natürlich die Spielleute. Strahlender Mittelpunkt des Abends war natürlich wie immer Lehrer Degener. Der Vereinsgründer gab mit bewegten Worten zum Ausdruck, dass er sich immer freue, wenn er "seine Jungen" marschieren und spielen sehe. Und wie so oft, wenn Spielleute und Gründer sich trafen, etwa beim alljährlichen morgendlichen Wecken am Schützenfestsonntag, wurden die Ratschläge und An- regungen, die Lehrer Degener seinen Schützlingen gab, dankbar aufgenommen.

Sechs Jahre später, im Jahre 1968, starb Lehrer Degener; in Trauer und stummer Dankbarkeit nahmen "seine Jungen" am offenen Grabe Abschied.

In diesem Jahr hatte die Expansion des Spielmannszuges aber auch seinen Höhepunkt erreicht. Mittlerweile zählte der Zug nämlich schon 25 Musiker. Ein Jahr später gelang des dann nach langwierigen Bemühungen, mit Günter Röpke einen neuen Ausbilder zu verpflichten. Der neue Ausbildungsleiter, hauptamtlich Korpsführer und Hauptfeldwebel des Heeresmusikkorps 13 Münster, sorgte wieder für neuen Schwung und Begeisterung im Spielmannszug. Neben der Pflege klassischer Märsche wurden nun auch zeitgenössische Musikstücke, die Günter Röpke vorher für Spielmanns- züge umgeschrieben hatte, eingeübt.

 

- Die 70er Jahre -

 

Im Jahre 1970 wurde unter der Regie von Jugendleiter Albert Humberg ein neuer Jugendspielmannszug gegründet. Hier war wie schon vor 40 Jahren eine große Begeisterung bei den Jungen und Mädchen festzustellen.

Ihr breites Repertoire und ihr musikalisches Können stellte der Jugendspielmannszug in den folgenden Jahren auf Wettstreiten, Freundschaftstreffen und weiteren Veranstaltungen oftmals unter Beweis. So belegten die jungen Spiel- leute z. b. bei den Musik-Europatagen in Lünen den 1. Platz der Jugendwertung. Bei der gleichen Veranstaltung errang Klaus Eienbröker als Tambourmajor den 1 . Preis. Nach 5 Jahren relativer Selbstständigkeit wurde der Jugendspiel- mannszug zur Verstärkung in die Seniorenabteilung integriert.

Doch in der Reihenfolge der Ereignisse und der chronologischen Abfolge der Vereinsgeschehnisse muss man bei der Seniorenabteilung nach der Verpflichtung des Ausbildungsleiters Günter Röpke das Jahr 1972 erwähnen, in dem nämlich das 40jährige Vereinsjubiläum gefeiert wurde. Aus diesem Anlass veranstalteten die Spielleute in den Park- anlagen der Familie von Romberg wie schon 15 Jahre zuvor einen großen Spielmanns- und Fanfarenzugwettstreit.

 

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Der erste Auftritt des Jugendspielmannszug im Jahre 1970.

Es dirigiert der damalige Ausbilder Albert Humberg.

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40 jähriges Vereinsjubiläum 1972 im Festzelt an der Gaststätte Heinrich van Lendt.

Von rechts: Rudi Hegemann, Albert Humberg, Rudi Wortmann, Adolf Langhorst

Die Jahreshauptversammlung des Jahres 1973 brachte dann einen Wechsel in der Vereinsleitung. Der bisherige Vorsitzende Robert Essmann, der über ein Jahrzehnt lang den Verein geführt hatte, legte sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder und wurde von Hans Hegemann abgelöst, den die Versammlung, nachdem man sich bei Robert Essmann für seine Verdienste bedankt hatte, einstimmig zum neuen Vorsitzenden wählte. Gleichzeitig übernahm Hans Hegemann im Jahre 1973 die Führung als Tambourmajor. Um Nachwuchssorgen, wie sie in der langjährigen Vereinsgeschichte schon aufgetaucht waren, vorzubeugen, rief man im Jahre 1976 eine neue Jugendabteilung ins Leben.

In den folgenden Jahren wurde die Ausbildung wieder verstärkt. Für die Schulung der Flötisten war Philip Watts zuständig und die Verantwortung für die Trommler hatte Johannes Peters.

Der Spielmannszug formte sich zu einer überall gern gesehenen Truppe, die bei vielen Festen, Veranstaltungen, Wettstreiten und Freundschaftstreffen mit ihrem Spiel imponierte. Doch auch der Bulderner Spielmannszug hatte mit einem Problem zu kämpfen, das jeden Verein dann und wann tangiert. Im Laufe der 70er Jahre bekamen die Spielleute trotz ihres aufstrebenden musikalischen Ehrgeizes und ihrer ständigen Aktivitäten an Übungsabenden und Wettstreiten immer wieder leichte Dämpfer, wenn Mitglieder durch Umzug oder aus beruflichen Gründen dem Verein den Rücken kehren mussten. Hier machte sich nun die 1976 neu gegründete starke Jugendabteilung bezahlt, die nach der Fusion mit dem Seniorenzug im Jahre 1979 den Rückgang der aktiven Mitgliederzahl kompensierte.

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Auftritt des Jugendspielmannszug Buldern bei 45jährigem Jubiläum 1977 im Schlosspark.

Es dirigiert Jutta Schlüter.

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Festkommers im Festzelt zum 45jährigen Jubiläum des Spielmannszuges Buldern im Schlosspark

- Die 80er Jahre -

 

Im Jahre 1981 wurde auch die heute noch aktuelle Uniform angeschafft: dunkelblaue Jacke, schwarze Hose, dunkelblaue Schirmmützen.

Am 28. Februar 1981 veranstalteten der Spielmannszug Buldern und der Männergesangverein “Germania” Buldern unter der Leitung von Herbert Fink eine Karnevalprunksitzung im Hotel van Lendt. Sie wurde zu einem derartig großen Erfolg, dass man sich entschloss, auch in den Folgejahren vergleichbare Sitzungen zu veranstalten.

1981 verließ der Ausbilder der Flötisten, Philip Watts, den Verein. Übergangsweise leitete der bisherige Ausbilder der Trommler, Johannes Peters, die Übungsstunden des Bulderner Spielmannszuges ganz allein. Für die Jugendaus- bildung Anfang der 80er Jahre zeigten sich Heinrich und Raimund Schlagheck, sowie Vera Blanke verantwortlich.

Seit 1981 trifft sich auch die Ehrenabteilung des Vereins wieder. Nach Vereinsreglement erhält derjenige seinen Platz in der "Ehrengarde", der mindestens 35 Jahre aktives Spielmannszug-Mitglied war, weibliche Spielleute bereits nach 15 Jahren. In gemütlicher Runde und bei einem hin und wieder vorgetragenem Ständchen üben die Spielmannszug- Veteranen in regelmäßigen Abständen beim ehemaligen Tambourmajor Josef Wiesmann ihr früher aktives und heute "überwiegend" passives Hobby aus.

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Blick auf Schloss Buldern zum 50jährigen Vereinsjubiläum 1982

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Der Spielmannszug Buldern im Jahre 1982.

Ein herausragendes Ereignis der 80'er Jahre war zweifelsohne das 50-jährige Vereinsjubiläum im Jahre 1982. Einen ersten Höhepunkt im Jubiläumsjahr konnten die Spielleute bereits am 01. Mai, also dem eigentlichen Gründungstag, verzeichnen. Am Bulderner Spieker verbrachte man mit zahlreichen Vereinen einen schönen Tag mit viel Musik. Dies war gleichzeitig der Auftakt zu einer Reihe weiterer musikalischer Veranstaltungen, die in den Folgejahren in regel- mäßigen Abständen am 01. Mai durchgeführt wurden.

Der eigentliche Höhepunkt im Jubiläumsjahr 1982 folgte mit dem großen Spielmanns- und Fanfarenzugwettstreit am 29. August im Schlosspark, an dem 24 Musikvereine teilnahmen. Es wurde ein Fest der Superlative. Allein bei den Auf- und Abbauten waren über 80 Personen beteiligt. So wurde für die Überdachung der Bühne eine spezielle Dachkonstruktion errichtet, für die eine Bauholzmenge verwendet wurde, die normalerweise für das Dach eines Einfamilienhauses aus- reicht. Dank der Initiative von Hans Hegemann war es möglich, im Schloss Kaffee und Kuchen auszuschenken. Für viele auswärtige Gäste und selbst für viele Bulderaner war es möglich geworden, das Schloss nach Jahrzehnten zumindest zum Teil wieder zu besichtigen. Nach der Siegerehrung war der Wettstreittag noch lange nicht zu Ende. Eine bunte Wasserorgel mit Lichtspielen und die damalige Big-Band der Stadtkapelle Dülmen, die den musikbegeisterten Zuhörern noch für einige Stunden kräftig einheizte, standen auf dem Programm. Zum krönenden Abschluss eines wunderschönen Tages wurde der Schlosspark durch Entzündung von Magnesiumfeuern farblich geradezu verzaubert. Dieses malerische Bild wird vielen der rund 5000 Besucher wohl unvergesslich bleiben.

1983 wurde wieder ein neuer Jugendspielmannszug in Leben gerufen. Ebenfalls in diesem Jahr konnte mit Ralph Klein-Bölting ein neuer Ausbilder für die Flötisten gewonnen werden.

Das Jahre 1983 wurde durch den plötzlichen Tod des aktiven Spielmanns Adolf Langhorst überschattet.

Eine Anregung von Albert Humberg wurde in diesem Jahr aufgegriffen: das gemeinsame Mittagessen bei Wettstreiten. Bis dahin waren die Spielleute bei ihrer Verpflegung auf sich selber gestellt. Gerade die jüngeren Spielkameraden lebten an den Wettstreittagen häufig nur von Pommes-Frites und Süßigkeiten. Um dieser "einseitigen" Kost ein Ende zu bereiten, begann man, das Mittagessen gemeinschaftlich in einer Gaststätte einzunehmen. Heute ist dieses gemeinsame Essen aus dem Wettstreittag gar nicht mehr wegzudenken, sorgt es doch u.a. auch für die notwendige Ruhe vor dem nächsten Auftritt.

Nach einer relativ langen Zeit konnte 1983 wieder ein Ausflug unternommen werden. Er führte zur Nahe, zum Nieder- täler Hof. An diesem Wochenende konnte sich der Verein genauestens über die Weinlese, Weinherstellung und "Weinverwertung" informieren.

In den Folgejahren trat ein Wandel in der Musikrichtung des Vereins auf. Legte man bis dahin großen Wert auf klassische Märsche, versuchte man jetzt konzertantere Musik zu machen. Am 01. September 1985 war es dann soweit. Auf einem Wettstreit in Dülmen wurde das neue Konzertstück, die Ouvertüre zu "Leichte Kavallerie" von Franz von Suppe unter der Leitung von Johannes Peters uraufgeführt. Der grosse Übungsfleiß der letzten Monate machte sich bezahlt. Ein konzentriertes und sauberes Spiel ergab für diesen Durchgang die Tageshöchstpunktzahl. Damit waren die Weichen für die weitere, zukünftige musikalische Richtung gestellt.

Anlässlich des 675-jährigen Stadtjubiläums von Dülmen wurde die erste Schallplattenaufnahme des Bulderner Spielmannszuges gemacht.

1985 gab es einen Wechsel im geschäftsführenden Vorstand. Die langjährige Schriftführerin Bernadette Terlau kan- didierte auf der Jahreshauptversammlung nicht wieder. Klaus Brockkötter wurde als kommissarischer Schriftführer eingesetzt.

Die 1985 eingeschlagene, neue musikalische Richtung, verbunden mit einem hohen Übungsfleiß, spiegelte sich 1986 in sichtbare Erfolge, sprich Pokale wieder. Am 04. Mai 1986 konnte auf dem Wettstreit in Castrop-Rauxel zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte des Bulderner Spielmannszug ein Wanderpokal, der Grosse Preis der Stadt Castrop-Rauxel, gewonnen werden. 1988 konnte dieser Erfolg wiederholt werden. Beflügelt durch diesen Erfolg suchte man nach einem zweiten, adäquaten Konzertstück zu "Leichte Kavallerie". Mit der Ouvertüre zu "Dichter und Bauer" , ebenfalls von Franz von Suppe blieb diese Suche nicht lange erfolglos. Arrangiert wurde diese Stück im Auftrag des Vereins durch den Komponisten und Arrangeur Stewart King aus Greven. Außerdem konnte Herr King auch als neuer Ausbilder und Dirigent gewonnen werden.

Am 03. Oktober 1986 durfte der Spielmannszug Buldern ein vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Nottuln in der Nottulner Sporthalle veranstaltetes Konzert musikalisch mitgestalten.

1986 gab es abermals einen Wechsel im geschäftsführenden Vorstand. Der 2. Vorsitzende, Hubert Klünker, kandidierte nicht wieder. Auf der Jahreshauptversammlung wurden Heinrich Schlagheck zum neuen 2. Vorsitzenden und Klaus Brockkötter zum neuen Schriftführer gewählt.

Am 01. und 03. Mai 1987 feierte der Spielmannszug sein 55-jähriges Bestehen mit einem großen Musikfest am Spieker, an dem 15 Spielmanns- und Fanfarenzüge teilnahmen. In diesem Jahr erhielt auch der Jugendspielmannszug eine neue Uniform: blaue Pullover mit Emblem, schwarze Hose und Schiffchen.

Am 14. Mai 1987 wurde dem Vereinsvorsitzenden, Hans Hegemann, aufgrund seines großen Engagements im kulturellen Bereich die Kulturplakette der Stadt Dülmen verliehen. Für die Spielleute war es natürlich eine Selbstver- ständlichkeit, ihrem Hans mit einem Ständchen zu gratulieren.

Im August 1987 nahmen die Spielleute an den Europäischen Musiktagen in Kamen teil. Wieder erspielte man sich die Tageshöchstpunktzahl und einen Wanderpokal. Dieser Pokal konnte 1990 verteidigt werden und ging damit in das Eigentum des Spielmannszuges Buldern über.

Ralph Klein-Bölting, der 1983 die Ausbildung der Flötisten übernahm, verließ den Verein 1987 aus beruflichen Gründen.

Nachdem die Senioren in den Jahren zuvor schon einige Wanderpokale gewonnen hatten, wollte der Jugendspiel- mannszug den Älteren diesbezüglich nicht nachstehen. Am 11. September 1988 konnte auf einem Wettstreit in Ibbenbüren der so genannte "Europapokal" für Jugendgruppen gewonnen werden.

Bei dem in regelmäßigen Abständen veranstalteten vereinsinternen Schützenfest wurde 1988 erstmals nach dem Abendessen eine Bühnenshow gezeigt, die von aktiven Spielleuten einstudiert wurde. Der Erfolg war so groß, das seit dieser Zeit eine Show aus dem Vereinsschützenfest nicht mehr wegzudenken ist.

Auch 1988 gab es einen Wechsel im geschäftsführenden Vorstand: der langjährige Kassierer, Heinz Kortmann, stellte sich nicht mehr zur Wahl. zum neuen Kassierer wurde auf der Jahreshauptversammlung Berthold Steghaus gewählt.

Das Jahre 1989 sollte ein bedeutendes Jahr für Buldern, insbesondere aber für den Spielmannszug werden. Im Rahmen einer Festwoche vom 25. August bis zum 03. September feierte Buldern sein 1100-jähriges Bestehen. Bei vielen der in dieser Woche durchgeführten Veranstaltungen waren die Spielleute aktiv beteiligt. Eigens für die Festwoche wurde eine neue "Uniform" angeschafft: Bauernkittel und Holzschuhe. Besonders beim abschließenden historischen Festumzug zeigte man sich von der besten Seite. Doch nicht nur musikalisch konnte der Verein bei der Gestaltung der 1100 Jahr-Feier mithelfen. So wurden zudem die bunt geschmückten Torbögen über die damalige B 51 unter Mithilfe der "Ehrenabteilung" in Eigenleistung erstellt. Außerdem übernahm der Spielmannszug-Vorsitzende, Hans Hegemann, auch den Vorsitz des Arbeitskreises für die 1100 Jahr-Feier der Gemeinde Buldern.

Doch der absolute Höhepunkt in der bisherigen Vereinsgeschichte des Spielmannszuges fand in der Zeit vom 13. bis 21. September statt. Ein knappes Jahr zuvor hatten die Spielleute eine Einladung zur Steubenparade in New York erhalten. Sollte man teilnehmen und ein solches, auch finanzielles Abenteuer eingehen? Da war ein guter Rat teuer. Nach einigen Tagen Beratung kam man zum Entschluss: wenn nicht jetzt, dann nie.

Also: Gesagt, getan. Hans Hegemann und Klaus Brockkötter begannen, die Reise bis ins Kleinste zu planen und zu organisieren. Dass bei einem solchen Unterfangen zwischendurch nicht alles so glatt abläuft wie geplant, versteht sich von selbst. So fehlten 3 Wochen vor dem Abflug noch ca. 25 Plätze im gebuchten Flugzeug. Nach einigen Hin- und Her war jedoch auch dieses Problem zu lösen. Statt des geplanten Flugzeuges von Typ DC 10 wurde ein erheblich größerer Jumbo-Jet eingesetzt und der Mangel an Sitzplätzen war im Nu behoben. Dank der großen Initiative von Hans Hegemann, der viele Geschäftsleute zwecks finanzieller Unterstützung ansprach und Dank der grossen Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung konnte der Verein jedem Spielmann diese einmalige Reise ermöglichen.

 

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Das größte Ereignis der Vereinsgeschichte.

Teilnahme an der Steubenparade in New York 1989

Man besuchte zuerst New York mit seiner weltberühmten Skyline von Manhattan und jeder Mitreisende war von dieser Weltstadt mit seinen enormen Dimensionen und pulsierendem Leben auf den Straßen fasziniert. Am 16. September fand die Steubenparade statt, die trotz strömenden Regens tausende von Zuschauern an die Straßen lockte.

 

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Besuch des Rockefeller- Center.

Im Anschluss des New York - Aufenthaltes machte man einen zweitägigen Abstecher nach Washington. Unvergesslich bleibt hier das Spiel vor dem Capitol und der Besuch des Weißen Hauses. Eine Riesenüberraschung erwartete den Verein bei seiner Rückkehr. Kaum war man in Amsterdam sicher gelandet, wurden die Spielleute von ihren nicht mitgereisten Ehefrauen und Kindern am Flughafen in Empfang genommen. Doch damit nicht genug. In Buldern angekommen, wurden die Spielleute bereits vom Fanfarenzug und vielen Freunden erwartet. Zum krönenden Abschluss einer vollkommen gelungenen Reise marschierte man, vom Fanfarenzug angeführt, mit klingendem Spiel zum Vereinslokal, wo man sich bei einem Glas Bier von den Reisestrapazen erholte.

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Spiel vor dem Capitol in Washington DC

Im Jahr 1990 feierte die Volksbank Buldern ihr 100-jähriges Bestehen mit einem Festkommers in einem Festzelt am Spieker. Der Spielmannszug übernahm die komplette Bewirtung und einen Teil der Organisation.

Auf der Jahreshauptversammlung im Jahre 1990 gab es abermals einen Wechsel im geschäftsführenden Vorstand: neue 2. Vorsitzende wurde Barbara Arndt. Hans Hegemann, der bis dahin seit fast 20 Jahren Tambourmajor des Vereins war, übergab den Tambourstab an einen jüngeren Spielkameraden, an Klaus Eienbröker.

1991 veranstalteten die Bulderner Spielleute in Zusammenarbeit mit den Spielkameraden vom Spielmannszug "Klingendes Spiel" Seppenrade in Seppenrade ein Wohltätigkeitskonzert zugunsten der Kinderkrebshilfe. Vor fast 600 Zuhörern in der ausverkauften Festhalle Naundrups Hof bot man in einem fast dreistündigen Konzert Spielmannsmusik der Extraklasse. Das Repertoire beider Vereine reichte von klassischen Märschen über Ouvertüren bis hin zu neuer, moderner Spielmannsmusik. die Zuhörer danken den Spielleuten für diese gelungene Vorstellung mit lang anhaltendem Beifall. Der Kinderkrebshilfe konnte anschließend eine Spende von 3000,- DM überreicht werden.

Anfang 1992 verließ der bisherige Ausbilder, Stewart King, den Verein auf eigenem Wusch, um sich voll und ganz der Blasmusik zu widmen. Die Spielleute bedankten sich bei Stewart für die vielen Jahre gemeinsamer und guter Arbeit und überreichten ihm zum Abschied ein Erinnerungsgeschenk. Die Suche nach einem neuen Ausbilder blieb nicht lange erfolglos. Schon nach kurzer Zeit konnten mit Udo Winter aus Hürth-Efferen und Martin Ständer aus Lohmar zwei Ausbilder verpflichtet werden, die selber aus der Spielmannsmusik kommen und in der Fachwelt ein hohes Ansehen genießen.

- Die 90er Jahre -

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Spielmannszug Buldern 1932 e.V.

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